Am 11.10.2011 fanden sich über 120 Unternehmer und Gewerbetreibende aus Radeberg und der Region sowie Vertreter aus Wissenschaft, Schulen und weiteren Institutionen im Kaisersaal zusammen, um sich über die Innovationsfähigkeit des Standortes Radeberg auszutauschen. mehr »
Nach einem einführenden Vortrag von Herrn Raben, Dozent bei DIU Dresden International University und geschäftsführender Partner CorviCom – Spectrum für Unternehmen, in dem die Zusammenhänge zwischen Innovationsmanagement und Innovationsnetzwerke anschaulich erläutert wurden, diskutierte das Podium unter Leitung des Moderators Herrn Bärsch die Vorzüge und Defizite des Wirtschaftsstandortes Radeberg hinsichtlich der Innovationsfähigkeit.
Dass es in Radeberg keinen Mangel an innovativen Unternehmen gibt, stellte gleich zu Beginn der Ministerpräsident Herr Tillich heraus, in dem er unter anderem auf die innovativen Produkte der Firma Brähmig verwies. Die Geschäftsführer der in Radeberg ansässigen Unternehmen Baumer Optronic, Herr Seeber und B. Braun Avitum Saxonia, Herr König verdeutlichten, dass Ihre Unternehmen sowie viele weitere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) projektbezogen bei Innovationen zusammenarbeiten würden. So findet die gesamte Wertschöpfungskette bei der Entwicklung und dem Bau der Dialysatoren von B. Braun Avitum Saxonia in Radeberg statt.
Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Joehnk, kaufmännischer Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf legte das Augenmerk beim Thema Entwicklung von Innovationen auf den Umstand, dass Forschung ein dazugehöriges Management benötigt und seine Forschungseinrichtung deshalb strategische Partnerschaften mit KMU der Region eingeht, die durchschnittlich nur etwa zehn bis 40 Mitarbeiter haben und sich eine eigenständige Innovationsforschung nicht leisten können. Zur Finanzierung von Innovationen steht darüber hinaus die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) bereit, versicherte Herr Lachmann, Mitglied des Vorstandes. Schließlich sei das Ziel einer Innovation eine kommerziell umsetzbare Idee, die oftmals erst mit Hilfe einer Finanzierung auf den Weg gebracht wird.
Auf eine der Stärken Sachsens wies der Ministerpräsident mit dem Schlagwort hin, das in jedem Sachsen gewisse „Ingenieurgene“ stecken würden. Davon ließ sich schließlich auch der Moderator Herr Bärsch, im Hauptberuf Journalist, überzeugen.
Gewisse Defizite hinsichtlich der Innovationsfähigkeit Sachsen und des Standortes Radeberg wurden im Verlauf der angeregten Diskussionsrunde, die vom sächsischen Wirtschaftsfernsehen begleitet wurde, dennoch nicht vergessen. So bestätigten Herr König wie auch Herr Prof. Dr. Dr. h. c. Joehnk mitunter schwache Transferbeziehungen zwischen Unternehmen und der Wissenschaft. Der Ministerpräsident stellte den Vergleich mit einem Automobil an, indem er betonte, dass sächsische Firmen „unter der Haube“ stark und Weltspitze seien, aber in der Außenwahrnehmung noch deutliches Entwicklungs-Potential hätten. Ein Grund dafür sei auch das Fehlen von Firmenzentralen von internationalen Großkonzernen in Sachsen. Nichtsdestotrotz könne Sachsen und Radeberg insbesondere, selbstbewusst in die Zukunft blicken, was schon allein die doppelt so hohe Absolventen-Quote mit Ingenieur-Abschlüssen pro Gesamtstudentenzahl in Sachsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verdeutlicht.
Nach dem offiziellen Teil ergab sich für die Gäste die Möglichkeit, offene Fragen sowie Anmerkungen zur Diskussion direkt mit den Podiumsteilnehmern zu besprechen. Bei einem kleinen Imbiss bot sich zudem ein kleiner Rundgang durch die Präsentationen der vor Ort vertretenen Aussteller an, wie z.B. B. Braun, Baumer, Brähmig und Megadenta sowie dem Hauptsponsor Ostsächsische Sparkasse Dresden und Radeberger Schulen, dem Projekt Schule-Wirtschaft und vielen weiteren, die allesamt einen guten Einblick in die große Bandbreite an Unternehmen und Einrichtungen in Radeberg lieferten.
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